Campingplatz Historie

30 Jahre Campingplatz am Richterbichl
Die Landschaft rund um Rottenbuch

Die Anfänge

"Ich war oft bei Vermessungsarbeiten als Feldgeschworener dabei und lernte den Obervermessungsrat Olter aus Landsberg kennen. Dieser erzählte mir, dass er einen Wohnwagen hat und in Italien im Urlaub war. Nebenbei erwähnte er, dass unsere Wiese sich für einen Campingplatz eignen würde. Damit war eigentlich das Interesse geweckt und eine Möglichkeit aufgezeigt, neben der Landwirtschaft eine 2. Erwerbsmöglichkeit zu finden.

Wir nahmen Verbindung auf zum Deutschen Campingclub in München. Die zeigten sich erfreut und schickten einen Herrn Feist, der dass Gelände besichtigen sollte, uns einen Plan zeichnete und uns über viele Dinge aufklärte, von denen wir keine Ahnung hatten.

Damit begann aber auch ein 2-jähriger Leidensweg, der Behördenweg. Loni und ich waren manchmal der Meinung, dass wir was Schlimmes begehen, weil wir in Rottenbuch einen Campingplatz bauen wollen. Grundlage ist, eine Planung zu erstellen. Uns wurde das Ing. Büro Schubert und Witsch aus Kaufbeuren empfohlen, die bereit waren, für eine Pauschalsumme von 25 000 DM die Außenanlagen und das Haus nach den damaligen Richtlinien zu planen. "

Ein Rückblick über die Entstehung des Campingplatzes am "Richterbichl" in Rottenbuch.

Es war einmal ein Ehepaar, Karl und Loni, die Beiden hatten einen kleinen Bauernhof beim "Hauser" (wo jetzt das Baugeschäft Heiland steht), 8-10 Kühe mit 5 Stück Jungvieh. Das war so der Bestand, als sie 1952 heirateten. Bald kamen die Buben Thomas und Christoph, die sich prächtig entwickelten.

Loni machte noch zusätzliche Buchführungsarbeiten, und Karl war oft und lang mit der Musik und Feuerwehr beschäftigt.

Schon damals war vorauszusehen, dass eine kleine Landwirtschaft nur mit einem Nebenerwerb überleben kann.

Erste Postkartenmotive von unserem Campingplatz
Postkartenmotiv von 1975

Ein Gruß vom Gründer des Campingplatzens

"Ich wünsche Ihnen alles Gute und dass Sie in Zukunft immer gerne unseren Richterbichl-Campingplatz besuchen."

Karl Echtler

Die anfänglichen Startschwierigkeiten

Der Rottenbucher Gemeinderat war die 1. Instanz, dem diese Pläne vorgelegt wurden und die auch einstimmig genehmigt wurden. Die Räte wussten, dass es für Rottenbuch nützlich sein wird, wenn so eine Anlage gebaut wird. Nach dem Gemeinderat wurde die Planung an das Landratsamt Schongau weitergeleitet und es begann das sog. Anhörverfahren der Träger öffentlicher Belange.

Wer da alles mitreden will:

Landratsamt, Naturschutz, Denkmalsamt, Bauernverband, Landwirtschaftsamt, Straßenbauamt, Wasserwirtschaftsamt, Stromversorgungsunternehmen, Ref. von Oberbayern, Deutscher Campingclub usw.

Nach einer gewissen Zeit sollten die Behörden ihre Stellungnahme abgeben, ob sie dafür sind oder dagegen. Manche mussten immer wieder angemahnt werden, endlich ihre Stellungnahme abzugeben.

Den "größten Hammer" brachte der Herr von der Reg. von Oberbayern bei seinem Besuch von 5 Minuten. Er stand mit mehreren Behörden bei diesem Besuch am südöstlichen Teil des Grundstücks und sagte wortwörtlich: "…vor das schöne Rottenbuch wollen wir kein Zigeunerlager errichten". Da ein Vertreter des Deutschen Campingclubs dabei war, musste dieser Herr später diese Aussage zurücknehmen, aber er ging Gott sei Dank auch in den Ruhestand.

Als endlich alle Behörden ihre Meinung geäußert hatten, stellte sich heraus, dass etwa 50% dafür und 50% dagegen waren. Der damalige Landrat Blaschke, der noch als Nachfolger von Gustav Hilger 2 Jahre vor der Landkreisreform im Amt war, gab dazu seinen Segen bzw. Genehmigung: 50 % dafür 50% dagegen, bedeutet zu Gunsten des Angeklagten.

Das Straßenbauamt Weilheim hatte als Auflage verhängt, dass an der B 23 ein Linksabbieqerstreifen wegen des Campingplatzes gebaut werden muss. Diese Auflage verfolgte uns weiterhin.

Campingplatz ca. 1995

Grünes Licht vom LRA

Nachdem nun das LRA grünes Licht zum Bau der Außenanlagen gab, wurden ein sog. Leistungsverzeichnis und Ausschreibungen an verschiedene Firmen geschickt

Nun begann also der Teil, wo es um die Finanzierung geht. Nachdem nun die Angebote der Firmen hereinkamen, stellte sich heraus, dass unsere Vorstellung, was es kosten darf, fast um das Doppelte überstieg. Jetzt war noch Zeit alles abzublasen. Es wären nur die Planungskosten von 25.000 DM verloren. Wir wurden bei den Banken vorstellig und erhielten eine gute Finanzierung von der Raiffeisenbank Rottenbuch, ein Darlehen vom Staat aus dem Programm "Freizeit und Erholung", dazu kamen erhebliche Eigenmittel.

Im Mai 1972 fing die Fa. Haseitl, Schongau, mit dem Bau der Außenanlagen an und im August 1972 die Fa. Schauer mit dem Bau des Hauses. Bauleiter war der Maurermeister Heinrich Heiland (Seniorchef des Baugeschäftes).

Beim Bau des Hauses wurden vom Landratsamt immer nur Teilbaugenehmigungen erstellt, auf Anordnung des Straßenbauamtes, wegen der Linksabbiegespur, die die Echtlers ja bauen sollten.

Im November 1972 war der Rohbau des Hauses fertig, nach einer weiteren Genehmigung kam der Einbau der Heizung.

Damals bekamen die Maurer im Winter eine Zulage von DM 2,00 steuerfrei und da es im Haus warm war, wurde fest weitergearbeitet (ohne Genehmigung). Das ging gut bis Februar 1973. Dann erschien eines nachmittags die Polizei mit dem Landratsamt, um den Bau einzustellen. Die Bauarbeiter wurden nun selbst aktiv und sagten, wir arbeiten morgen weiter, sollen´s uns doch verhaften. Der Ringler Adolf wollte sogar mit den Arbeitern am Landratsamt protestieren.

Mit eigenen Telefonaten und Androhung der Presse hatte dann der damalige Jurist Ref. Dr. Göbe weiter bauen lassen.

Nun war aber die Linksabbiegespur mit einem Kostenfaktor von 110 000 DM noch fällig. Mit zähen Verhandlungen mit dem damaligen Leiter Dr. Siebel wurde das Ganze auf DM 60 000 reduziert und innerhalb von 3 Wochen von der Fa. Haseitl erstellt. Das war im Mai 1973.

Diese Auflage des Straßenbauamtes Weilheim war einmalig und brutal. Bevor ein Unternehmer die 1. Mark verdiente, hatte man den Echtler´s beinahe den finanziellen Dolchstoß versetzt. Und in Rottenbuch hausierten Gerüchte am Stammtisch: In einem halben Jahr sind sie pleite. 

Aber vor 30 Jahren war das so: Wer was wagen wollte, wurde mit Auflagen gefordert, dass ihm die Lust verging.


1973 - Die ersten Camper

Dass der Sommer 1973 noch keine großen Einnahmen bringen würde, war uns auch klar. Im Herbst kamen die ersten Dauercamper, die in Bayern weg sein sollten, zu uns. Huber, Elser, Eichenberger usw. und es folgten weitere.

Die nächsten Jahre verliefen ganz gut, bis die große Ölkrise kam mit den autofreien Sonntagen.

Es kamen sehr gute Jahre, und wir konnten alle finanziellen Belastungen erfüllen. Es wurde ruhig um den Pleitegeier. 

Dazu war meine Frau Loni, als gelernte Buchhalterin, zuständig. Sie war damit die Seele des ganzen Betriebes. Es ist schade, dass sie heute dieses Jubiläum nicht mehr erleben kann. 

In den 30 Jahren haben wir sehr viele, nette Menschen kennengelernt, es sind Freundschaften entstanden, Hilfsbereitschaft konnten wir erfahren. Wunderbare Feste haben wir gefeiert und werden hoffentlich noch viele weitere in den kommenden Jahren feiern. Es gab auch traurige Anlässe, wenn ein lieber Mensch gestorben ist, mit dem man jahrelang zusammen war.

Sohn Christoph hat seit April 1994 mit seiner Familie das Geschäft übernommen.

Neue Ideen werden erfolgreich verwirklicht, so im Sommer mit Grillfesten und Musik.

So kann man eigentlich optimistisch in die Zukunft blicken, ein Auf und Ab wird es immer geben!

Ihnen wünsche ich alles Gute und dass Sie in Zukunft immer gerne unseren Richterbichl-Campingplatz besuchen.

Karl Echtler

Modern und mit vielen Attraktionen: der Campingplatz heute
Die aktueller Besitzer des Campingplatzes: Sohn Christoph Echtler mit seiner Frau
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